Welche Wanderung ist für mich geeignet und wie ist die SAC-Skala zu interpretieren?

Meine Touren gehen von flachen Spaziergängen mit gelegentlichen Abstechern ins Grüne bis zu hochalpinen Touren über 3000 müM. Auf den Tourenflyern kündige ich den Schwierigkeitsgrad an. Dabei geht es um technische Herausforderungen (die wenig mit der Höhenlage der Tour zu tun haben) und um die konditionelle Herausforderung.

Deine Kondition kannst nur du selber einschätzen. Ich berechne für die Aufstiege 300 Höhenmeter pro Stunde, für die Abstiege 600 Höhenmeter pro Stunde und geradeaus rund 4 km pro Stunde (alles exkl. Pausen). Dies sind auch in etwa die Zeiten, die man auf den gelben Wegweisern findet. Sie sind grosszügig bemessen.

Die technische Geschicklichkeit orientiert sich an der SAC-Wanderskala oder SAC-Schwierigkeitsbewertung von Schneeschuhtouren.

Folgend ist die SAC-Wanderskala in Worten und Bildern erklärt.


Foto: © Remo Kundert & Marco Volken
T1: Aufstieg von Euloi zum Col de Fenestral (VS)
Weg gut gebahnt.
Falls vorhanden, sind exponierte Stellen sehr gut gesichert.
Absturzgefahr kann bei normalem Verhalten weitgehend ausgeschlossen werden.


Keine spezifischen Anforderungen.
Orientierung problemlos, in der Regel auch ohne Karte möglich.

 



Foto: © Remo Kundert & Marco Volken
T2: Über dem Grossen Alteschgletscher zwischen Bettmerhorn und Märjelensee (VS)
Wege mit durchgehendem Trasse durch teilweise steiles Gelände. Absturtzgefahr nicht ausgeschlossen.

Elementare Trittsicherheit.
Elementares Orientierungsvermögen.

 


Foto: © Remo Kundert & Marco Volken
T3: Abstieg von der Glecksteinhütte SAC, oberhalb Grindelwald (BE)
Weg nicht unbedingt durchgehend sichtbar. Gelände steil. Ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. Geröllflächen, leichte Schrofen.
Eventuell braucht man die Hände fürs Gleichge
wicht. Zum Teil exponierte Stellen mit möglicher Absturzgefahr.

Trittsicherheit.
Durchschnittliches Orientierungsvermögen.
Elementare alpine Erfahrung

 


Foto: © Remo Kundert & Marco Volken
T4: Auf der Alpsteiner Marweses-Gratlücke, unterwegs zur Hundsteinhütte SAC (AI)
Wegspuren, oft weglos.Raues Steilgelände. Einzelne einfache Kletterstellen (I). Blockfelder. Steile Grashalden und Schrofen.
Einfache Schneefelder. Gletscherpassagen, meist markiert. Exponierte Stellen mit Absturzgefahr.

Vertrautheit mit exponierten Passagen.
Gute Trittsicherheit.
Gutes Orientierungsvermögen.
Alpine Erfahrung, elementare Geländebeurteilung.
Elementare Kenntnisse im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln.
Bei Wettersturz kann ein Rückzug schwierig werden.

 

 


Foto: © Remo Kundert & Marco Volken
T5: Auf der Fründenschnuer über dem Oeschinensee, unterwegs zur Fründenhütte SAC (BE)
Wegspuren, oft weglos. Raues Steilgelände. Einfache Kletterpassagen (I–II). Anspruchsvolle Blockfelder.
Sehr steile Grashalden und Schrofen. Steile Schneefelder. Gletscherpassagen, manchmal markiert.
Exponiertes Gelände, über längere Strecken Absturzgefahr.

 

Vertrautheit mit exponiertem Gelände.
Sehr gute Trittsicherheit.
Sehr gutes Orientierungsvermögen und Gespür für die Routenfindung.
Vertiefte alpine Erfahrung, sichere Geländebeurteilung.
Gute Kenntnisse im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln.
Bei Wettersturz kann ein Rückzug sehr schwierig werden.
Findet bei mir nicht statt - nur mit Bergführer!

 


Foto: © Remo Kundert & Marco Volken
T6: Guppengrat am Glärnisch (GL)
Meist weglos.
Ausgeprägtes Steilgelände. Längere Kletterstellen (II). Heikle Blockfelder. Äusserst steile
Grashalden und Schrofen.

Heikle Schneefelder. Gletscherpassagen.
Sehr exponiertes Gelände, über längere Strecken erhöhte Absturzgefahr.

Vertrautheit mit sehr exponiertem Gelände.
Ausgezeichnete Trittsicherheit.
Sehr gutes Orientierungsvermögen und Gespür für die Routenfindung.
Ausgereifte alpine Erfahrung, sehr sichere Geländebeurteilung.
Versierter Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln.
Bei Wettersturz kann ein Rückzug sehr schwierig werden
Findet bei mir nicht statt - nur mit Bergführer!